Deutsche Fahrer bei der Tour de France 2009Andreas Klöden und Linus Gerdemann mit Außenseiter-Chancen
Das Tour-de-France-Fieber ist auch in Deutschland groß. Die deutschen Radsportfans hoffen dabei wieder auf den zweiten Gesamtsieg eines deutschen Fahrers.
Vom 4. bis 26. Juli findet die 96. Auflage der Tour de France statt. Am Start in Monaco sind auch 15 deutsche Radprofis in sieben Teams. Die Chancen auf den zweiten deutschen Tour-de-France-Erfolg nach Jan Ullrich (1999) sind allerdings gering. Team Milram mit Gerald Ciolek und Linus GerdemannMit sechs Fahrern stellt das einzige deutsche ProTour-Team Milram das stärkste deutsche Kontingent bei der „Tour“ – darunter auch die größten Talente des Landes Linus Gerdemann und Gerald Ciolek. Allerdings verlief die Frühjahrssaison für die Milram-Fahrer nicht so erfolgreich wie erhofft. Nur der 26-jährige Linus Gerdemann konnte sich in diesem Jahr mit dem Gewinn der Bayern-Rundfahrt in die Siegerlisten eintragen. Als Team-Kapitän werden dem Deutschland-Tour-Gewinner des vergangenen Jahres Außenseiterchancen in der Gesamtwertung eingeräumt. Gerald Ciolek hofft bei seiner zweiten Tour-Teilnahme vor allem bei den Sprintetappen auf gute Platzierungen. Doch auch der 22-jährige Kölner sucht noch seine Top-Form. Wie Gerdemann hat auch Christian Knees einen vorderen Platz in der Gesamtwertung im Visier. Im vergangenen Jahr erreichte der 28-Jährige bei seiner dritten "Tour" das Ziel in Paris als 26. Dass auch Markus Fothen ein Mann für das Gesamtklassement ist, hat er bereits 2006 bewiesen. Damals beendete er, damals noch für das im vergangenen Herbst aufgelöste Team Gerolsteiner am Start, die Tour auf Rang 14. Diese Leistung konnte er in den letzten beiden Jahren allerdings nicht wiederholen. Als wichtiger Helfer, vor allem in den Bergen, will der erfahrene Fabian Wegmann fungieren. Bereits in den vergangenen Jahren hat er in verschiedenen Fluchtgruppen auf sich aufmerksam gemacht. Sein Tour-Debüt feiert in diesem Jahr Johannes Fröhlinger. Für den 24-Jährigen gilt „Dabei sein ist alles!“ Geheimtipp Tony Martin und Weltmeister Bert Grabsch bei Columbia-HighroadEine echte Überraschung, zumindest im Kampf um das Weiße Trikot des besten Jungprofis, wird Tony Martin im Team Columbia-Highroad zugetraut. Der 24-Jährige Cottbuser katapultierte sich vor wenigen Wochen mit dem Gewinn der Bergwertung bei der Tour de Suisse und dem zweiten Platz in der Gesamtwertung in die Schlagzeilen. Neben seinen neugewonnenen Berg-Qualitäten hat der Youngster seine Stärken vor allem im Zeitfahren, die er bereits zum Auftakt seines Tour-Debüts in Monaco ausspielen will. Ebenfalls im derzeit besten Team der Welt fährt Bert Grabsch, der seine fünfte „Tour“ in Angriff nehmen darf. Der amtierende Zeitfahr-Weltmeister hat vor allem im Mannschaftszeitfahren auf der vierten Etappe und den beiden Einzelzeitfahren gute Sieg-Chancen. Routinier Jens Voigt im Team Saxo BankBereits zum 12. Mal ist Jens Voigt bei der Tour de France dabei. Der 37-jährige Routinier vom Team Saxo Bank trug 2001 einen Tag das gelbe Trikot und gewann im vergangenen Jahr mit „Saxo Bank“ die Teamwertung der Tour. Der Sprecher des Verbandes der Radprofis will in erster Linie als Helfer seinen Teamkollegen Frank und Andy Schleck sowie Fabian Cancellara zu einer guten Platzierung im Gesamklassement verhelfen. Außerdem wird er innerhalb der dreiwöchigen Rundfahrt einige seiner berühmten Fluchtversuche wagen. Andreas Klöden bei AstanaLange Zeit war sein Start ungewiss. Doch nachdem die finanziellen Probleme des Teams Astana gelöst scheinen, darf mit Andreas Klöden auch der derzeit beste deutsche Rundfahrer an den Tour-Start gehen. Der 34-Jährige, der sich immer wieder Doping-Verdächtigungen ausgesetzt sieht, wurde 2004 und 2006 Zweiter der Gesamtwertung. In seinem Team muss sich der Allrounder allerdings bei seiner sechsten Tour-Teilnahme hinter dem Spanier Alberto Contador, dem Tour-Sieger von 2007, und Tour-Rückkehrer Lance Armstrong einreihen. Grischa Niermann bei RabobankZum siebten Mal nimmt Grischa Niermann im niederländischen Team Rabobank die Tour de France in Angriff. Die größten Chancen auf eine vordere Platzierung werden dem Teamkollegen des russischen Tour-Favoriten Denis Menchov im Zeitfahren zugesprochen. Nachdem er im vergangenen Jahr nicht für das Team nominiert worden war, will der 33-jährige Hannoveraner vor allem eine gute Helferrolle spielen. Sebastian Lang beim Silence Lotto-TeamZeitfahrspezialist Sebastian Lang soll bei seiner fünften „Tour“ an der Seite des Top-Favoriten Cadel Evans (Australien) vor allem in den beiden Einzelzeitfahren und im Mannschaftszeitfahren seine Stärken ausspielen. Bergqualitäten bewies der Erfurter im vergangenen Jahr, als er drei Tage lang das Trikot des Bergführenden trug. Heinrich Haussler und Andreas Klier im Cervelo Test TeamDer Deutsch-Australier Heinrich Haussler hat in der Frühjahrssaison die Konkurrenz mit zahlreichen vorderen Platzierung und der Führung in der UCI-Weltrangliste überrascht. Der 25-Jährige geht zum dritten Mal bei der Tour-de-France an den Start. Hier soll er vor allem bei den Sprintankünften als Anfahrer für den Teamkollegen Thor Hushovd fungieren. Unterstütz wird er dabei von Routinier Andreas Klier. Der 33-Jährige fährt die „Tour“ allerdings erst zum zweiten Mal nach 2000. Debütant Simon Geschke bei Skil-ShimanoGleich in seinem ersten Profi-Jahr darf Simon Geschke sein Tour-Debüt feiern. Der 23-jährige Neu-Profi von Skil-Shimano überzeugte in diesem Jahr vor allem bei der Bayern-Rundfahrt, als er im Gesamtklassement auf Rang neun fuhr.
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